18.06.2026
Ergebnisse der Lärmmessungen zur neuen Abflugroute Cindy S veröffentlicht
Die Ergebnisse der bisher vorliegenden Lärmmessungen bestätigen die Erwartungen, die zur Empfehlung für die Routenänderung führten. Mit den aktuellen Auswertungen liegt erstmals ein weitgehend vollständiges Bild der Ent- und Belastungen durch die Maßnahme in Ergänzung zur Lärmberechnung vor: Messpunkte in Weiterstadt-Gräfenhausen, Erzhausen, Darmstadt-Arheilgen, Egelsbach und Messel wurden bislang ausgewertet. Die Messergebnisse entsprechen den mittels Berechnungen ermittelten Effekten der Routenverlagerung. Das Forum Flughafen und Region (FFR) veröffentlichte die Zwischenergebnisse zum Monitoring der neuen Abflugroute Cindy S heute im Rahmen einer Konvent-Sitzung. Die Ergebnisse sind auch online abrufbar.
- Alle bisherigen Ergebnisse des Monitorings bestätigen die aufgrund der
Lärmberechnungen erwarteten Effekte - In Darmstadt-Arheilgen und Weiterstadt-Gräfenhausen zeigen die Lärmmessauswertungen die erwartete Lärmentlastung
- In Erzhausen, Egelsbach und im Norden von Darmstadt-Wixhausen zeigen
die Lärmmessauswertungen die erwartete höhere Lärmbelastung - Eine alternierende Routennutzung mit dem alten Streckenverlauf fiele
deutlich negativ aus
Messergebnisse bestätigen erwartete Effekte
Dass die Vorab-Auswertung in Weiterstadt-Gräfenhausen Abnahmen im mittleren Maximalpegel um mehr als 2 dB ergaben, wurde bereits im November 2025 veröffentlicht.
Zusätzlich zeigt sich nun aber auch die Lärmentlastung der Bürgerinnen und Bürger in Darmstadt-Arheilgen erwartungsgemäß deutlich: Je nach Flugzeugmuster/- gruppe ist im untersuchten Zeitraum eine Senkung des mittleren Maximalpegels um bis zu 6 dB nachweisbar, während der Dauerschallpegel am Tag um mehr als 9 dB und in der Nacht um mehr als 7 dB abnahm.
Ebenfalls erwartungsgemäß ist die Lärmbelastung der Bürgerinnen und Bürger in Erzhausen, Egelsbach Bayerseich und im Norden von Darmstadt-Wixhausen gestiegen:
- Je nach Flugzeugmuster/ -gruppe sind im untersuchten Zeitraum Zunahmen
der mittleren Maximalpegel in Erzhausen um bis zu 6 dB nachweisbar, während der Dauerschallpegel am Tag und in der Nacht jeweils um mehr als 5 dB
zunimmt. - Die Zunahme der Lärmbelastung in Egelsbach betrifft insbesondere den
Stadtteil Bayerseich. Die dort ausgewiesenen hohen Veränderungen der Pegelwerte sind vor allem bedingt durch die nun im Vergleich zur Vorher-Messung deutlich gestiegene Erfassungsrate. Die Differenz zwischen Vorher- und
Nachher-Messung ist insofern nur bedingt aussagekräftig. Die Nachher-Pegel
liegen aber im erwarteten Bereich. - Im Norden von Darmstadt-Wixhausen nahmen die mittleren Maximal- und
Dauerschallpegel laut Vorab-Auswertung durch die größere Nähe der Flugroute meist im Bereich um die 2 dB zu. Für Wixhausen war eine Verlagerung
der Lärmbelastung vom Süden in den Norden erwartet worden.
Neben den o.g. Vorher-/ Nachher-Messungen, wurden auf kommunalen Wunsch mehrere Messungen an Orten durchgeführt, an denen keine Vorher-Messung stattfand. Für die Messung in Messel liegt nun ebenfalls eine erste Vorab-Auswertung vor. Auch wennder Fluglärm aufgrund der nördlich verschobenen Routenführung in Messel zugenommen hat, liegen die gemessenen Dauerschallpegel von 44,7 dB am Tag und 35,8 dB in der Nacht auch nach Einführung der neuen Abflugroute in der durch die Lärmberechnung erwarteten Größenordnung.
Auch die bereits veröffentlichten Ergebnisse des Flugspurmonitorings bestätigten, dass die Annahmen der Berechnung sehr gut mit der Realität übereinstimmen.
Auswirkungen einer alternierenden Routennutzung wären negativ
Neben den Lärmmessungen hat das FFR nun auch die möglichen Auswirkungen einer alternierenden Routennutzung geprüft, wie sie u.a. von der Gemeinde Egelsbach vorgeschlagen wurde: der Wunsch lautete, eine Verteilung von 50/50 zwischen neuer (CINDY S, Kurve) und alter (Verlauf wie AMTIX kurz, geradeaus) Route zu beurteilen. Die Ergebnisse dieser Lärmberechnung wurden ebenfalls heute veröffentlicht. Diese zeigen, dass eine erneute Nutzung der alten Abflugroute zu 50 %, in der Gesamtbetrachtung negativ wäre: in allen Betrachtungsgebieten des FFI 2.0, in denen Änderungen zu verzeichnen sind, sind diese negativ. Der Anstieg betrüge bis zu 3,8 Indexpunkte. Auch die Belastung im Hochbetroffenengebiet der Nacht würde insbesondere in Darmstadt und Weiterstadt steigen.
Ausblick & vorläufiges Fazit
In den kommenden Monaten werden weitere Messungen ausgewertet und noch einmal Flugspuren der ersten 12 Monate analysiert. So folgen u.a. die vollständigen Auswertungen der Messwerte in Darmstadt-Wixhausen, Messel und Langen und weitere Messungen werden etwa in Darmstadt-Kranichstein durchgeführt. Im Hinblick auf die Flugspuren wird abschließend noch einmal überprüft, ob sich Auffälligkeiten zeigen.
Zusätzlich erfolgt eine aktualisierte Lärmberechnung auf Grundlage der Flugbewegungsdaten von 2025 (unter Berücksichtigung des neuen Streckenverlaufs).
„Die uns aktuell vorliegende umfassende Datenbasis mit mehr als 20.000 Flugspuren sowie vorläufigen und endgültigen Messergebnissen von sechs Messstationen deutet darauf hin, dass die durch die Routenverlegung erwarteten Lärmeffekte eingetreten sind und alle relevanten Aspekte berücksichtigt wurden. Selbstverständlich werden wirauch in den kommenden Monaten die Nutzung der neuen Route genau beobachten, um potenzielle Auffälligkeiten und Abweichungen von unseren Prognosen frühzeitig zu erkennen und zu analysieren“ führt Prof. Dr. Wörner (FFR-Vorstand) aus.
Die weiteren Auswertungen runden das Bild in den kommenden Monaten ab und werden insbesondere in der Fluglärmkommission im September 2026 vorgestellt.
Weitere Informationen
Im Konvent des FFR, in der FLK sowie auf der Aktiven-Schallschutz-Webseite des FFR wird regelmäßig öffentlich über die Ergebnisse und das Monitoring der Maßnahme informiert. Die im Konvent vorgestellten Unterlagen werden im Anschluss an die Sitzungen hier veröffentlicht. Die FLK-Unterlagen finden sich auf der Webseite der FLK.